Die kleine Niederdorfoper

von
Paul Burkhard
Regie Johannes Peyer
Musikalische Leitung Adrian Schmid

 Dicke Luft im Lämmli. Stammt der Rauch, der im Lokal hängt, von der gestrigen Dernière oder vom ständig paffenden Pianisten?

Bald sind es zwei Stunden, dass die Musiker auf eine Probe mit den neuen Solisten warten. Olly und André sind zu spät - wie immer. Zum x-ten Mal verlangt Frau Strobel, dass die Nummern ohne Sänger runtergeschrammelt werden.

Ein Express mit den Künstlerfotos bringt neue Bewegung in die Runde. "Viel zu spät! Röbeli, sofort in den Schaukasten damit! Diese Première wird das grösste Debakel!" Damit zieht sich Frau Strobel, ehe sie sich vollends auflöst, in ihr Kabäuschen zurück. Blitzartig ergreifen die Musiker die Gelegenheit zu einem schnellen Schieber. Was wäre der Dienst ohne Jass!

Röbeli aber, musikalischer eiter, Conférencier, Mädchen für alles und Gango (gang go hole) in einer Person, muss die lächelnden Künstlerköpfe in den Schaukasten hängen. Irma hat's gut, räsoniert er, die macht ihre Arbeit und lässt sich von Strobelin nicht reinquatschen.

Frau Baumann bedauert aufrichtig, dass sie heute auch nicht fünf Minütchen findet, um das Kissen auf die Fensterbank zu legen und dem Treiben auf der Gasse beiwohnen zu können. Morgen ist Verlobung! Die Wohnung muss auf Hochglanz gebracht werden. Ob sie Schaaggi, ihren Mann, wenigstens heute dazubringen kann, den Teppich zu klopfen? Was würde sie tun ohne Ruthli, (also ab morgen will sie Ruth sagen) die holt und bringt und läuft. Das Mädchen hätte es nicht besser treffen können als mit diesem seriösen Polizisten. Das findet sogar Schaaggi, der sonst über alles zu spötteln hat.

Seit jener Zeit vor zwei Jahren ist es für Ruth zur kaum noch bewussten Gewohnheit geworden, bei jedem Gang aus dem Haus einen schnellen Blick über die Gasse in die Schaukästen vom Lämmli zu werfen. Komisch, die Bilder der Künstler des letzten Programmes sind weg! Was soll's? Morgen ist Verlobung und die Schneiderin wartet.

Bruno, der Verlobte, hätte sich heute einen gemächlicheren Samstagsdienst gewünscht. Seit Stunden ist er mit Polizeikorporal Müller hinter irgendwelchen Typen her. Warum musste dieser idiotische Einbruch bei Hagenbuch ausgerechnet letzte Nacht passieren? Bereits die dritte Spur verläuft im Sand - aber irgendwo müssen diese Ganoven doch stecken.

Sicher, aber das subere Kleeblatt hat Lunte von der Fahndung gerochen und sich in die Höhe abgesetzt. Eines ist klsr, die geklaute Perlenkette muss für einige Zeit verschwinden. Aber wohin?

Ob aus Nervosität wegen des Einbruchs, oder der noch fehlenden Verse seines Chorals wegen, jedenfalls hat Hagenbuch der Polizei nicht ganz vollständige Angaben gemacht. Gleich am Montag früh, sobald das Wochenende mit der Heilsarmee glücklich überstanden ist, will er sich auf dem Polizeiposten melden. Im Moment ist sein dringlichstes Problem, was sich auf: "Ja der Leib gar rasch zerfällt?" reimt. Auch Ignazius, seinem Enkel, fällt auf "zerfällt" nichts Gescheites ein. Die ganze Zeit schleicht der im Laden herum. Was ist nur los mit dem Jüngling?

Wie sich diese und viele andere Geschichten verbinden und wieder lösen, können Sie miterleben, sobald das Licht auf unsere Bühne fällt. Die Gluschti, die Damen, die Hündchen, die Lauten, die Leisen, die Leeren, die Vollen, die Suchenden, die Anbietenden und viele andere können Sie dort treffen.

Und ein Fremder, einer vom Land, der nach seinem "Kälberhandel" gross in Stimmung ist, nähert sich auch schon.

Aufführungen:

Ort: Aula Ennetgraben, Affoltern a/A
Spielbeginn: 20.00 Uhr

Sa 10.03.1994 Première
Do 10.03.1994 Schüleraufführung 19:30 Uhr
Sa 12.03.1994
So 13.03.1994 Familienaufführung 15.00 Uhr
Mi 16.03.1994
Fr 18.03.1994
Sa 19.03.1994
So 20.03.1994
Di 22.03.1994
Do 24.03.1994
Fr 25.03.1994 Dernière mit Uustrinkete

Wiederaufnahme:

Mi 16.11.1994 Première
Fr 18.11.1994
Sa 19.11.1994 14.30 Uhr / 20.00 Uhr
Di 22.11.1994
Mi 23.11.1994
Fr 25.11.1994
Sa 26.11.1994
So 27.11.1994 14.30 Uhr / Dernière

Auf der Bühne:

Wiederaufnahme
Schaaggi Baumann Antiquar Hans Schwendener
Margrit seine Frau Renate Michel
Ruth deren Tochter Andrea Zuzak
Bruno Polizist Stefan Gnädinger
Müller III Polizeikorporal Ewald Weder
Frau Strobel Wirtin im Lämmli Heidi Huter
Irma Serviertochter Heidi Roth
Röbeli Musikalischer Leiter im Lämmli Adrian Schmid
MusikerInnen Klavier
Akkordeon
Schlagzeug

Trompete
Kontrabass
Christian Stiner
Michèle Weiss
Felix Fürer
Ewald Appenzeller
Sascha Ullmann
Björn Baumgartner
André Chansonnier Thomas Stricker
Olly Moreen eine Sängerin Margit Bracher
Heiri ein Bäuerlein Heiri Landis
Ein bleicher Jüngling Sandro Baltermia Urs Benz
Gauner Bunker-Willy
Räuber-Seppli
Zungen-Miggel
Reto Huter
Marcel Landolt
Ernst Thöni
Zwei Tänzerinnen Susi Huber
Margrit Jäger
Damen Lolotte
Milly
Bianca
Regula Landis
Ursi Oesch
Gory Ebner
Claudia Odin
Albert Hagenbuch Goldschmied und
Heilsarmee-Offizier
Helmut Müller
Zwei Heilsarmistinnen Eva Gruber
Patricia Schweizer
Herr Kübler Tobias Sonderegger
Frau Kübler Esther Hebeisen
Martin deren Sohn, Rekrut Peter Zwicki Andreas Hebeisen
Herr Wiederkehr Goggo Zweifel
Zwei Sportler Stefan Michel
Danilo Risi
Kari ein Stammgast Walter Dubs

Hinter der Bühne:

Wiederaufnahme
Regie und Bearbeitung Johannes Peyer
Musikalische Leitung Adrian Schmid
Bühnenbild Karl Engelhardt
Kostüme Ingrid Roshardt
Plakat Christian Rentschler
Regieassistenz Regula Landis
Evelyne Kunz
Korrepetitoren Reto Huter
Christian Stiner
Inspizienz Philipp Tellenbach
Beleuchtung Margrit Reiser
Peter Frey
Patrik Zündel
+ Emmanuele Miggiano
Maske und Frisuren Helen Bärlocher
Carla Classen
Margrit Häberling
Franziska Zeller
Bühnenbau Heinz Guidon
Hansjörg Senti
Christian Kuster
Bühnenmalerei Heini Ehrensperger
Vreni Schönenberger
Annegret Merz
Näherinnen Geno Dreer
Vreni Bangerter
Propaganda und Programm Victor Bärlocher
Helmuth Müller
Heidi Wiedenmann
Bar Brigitt Maier & Team + Claire Thommen
weitere Mitwirkende Jan Broer
Ruedi Derrer
Fredi Dreer
Dölf Häberling
Kurt Jenni
Hanspeter Merz
Manfred Pfamatter
Ueli Roth
Jörg Wiedenmann
+ Ursula Bosshard
Hannelore Brunner
Abendkasse Rosmarie Landis
Verena Böni
Technische Leitung Christian Mühlemann
Produktionsleitung Heiri Landis

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