Der Menschenfeind 

von Molière

Regie: Urs Steiner

Kann ein Misanthrop lieben? Nein! Würde er sonst Menschenhasser gescholten? Voilà le Théatre: Molière machts möglich.

Sein Name: Alceste. Sein Berug: Künstler. Seine Obsession: Menschenhass. Seine Liebe: Celimène. Und nicht genug, die Dame ist eine bekennende Philanthropin. Sie liebt das Leben, die Menschen, den Genuss, den Reichtum, das Schöne, das Verbotene - und - jaaa, ihn. Ihn auch.

Nienienie...NIE wird ihm dies genügen! Wenn schon eine Ausnahme machen, dann muss es, muss es sich lohnen! Halali zur Jagd geblasen. Und die Gejagte, die Bedrängte, die Bedrohte? Sie lächelt, sie lächelt charmant, listig, überlegen, weicht aus ohne zu fliehen, gibt sich hin ohne sich aufzugeben, sympathisiert ohne sich zu entscheiden, scheint allseitig verfügbar und verfügt doch zuerst über die anderen! Celimène - eine Emanzone mit Stil.

Ihr Liebhaber hat ein Einsehen "Ja ich binh verrückt, ich bin nicht mehr zu retten, neuerdings nehm ich sogar Tabletten".

Wie's weitergeht? Lustvoll! Der Misanthrop lässt sich lustvoll mitreissen vom dunklen, lauwarmen, schlickigen Strom des Selbstmitleides, der Leidenslust an dieser Frau, an seiner paradoxen Passion: liebend zu hassen, hasserfüllt zu lieben, den Kreis zu quadrieren, ein für allemal. Und wie er sich überschätzt, wie er sich verrenkt und aufbläht, wie er schliesslich zusammenbricht aber doch nicht aufgibt, "wie unter irgend einem dumpfen Zwang", weiterbegehrt und weiterbesitzen und weiterhassen will, wie er um gar keinen Preis sich selbst in Frage zu stellen bereit ist, das garantiert Alceste für ewige Zeiten einen Stammplatz auf den Bühnen der Welt, das adelt ihn zum voelleicht tragikomischten unter den zahlreichen Don Quichottes im Liebesgarten der Theaterliteratur.

Endlich wieder einmal einer, der nicht gleich in die Therapie rennt, sondern stur und unnachgiebig seine Urbedürfnisse in den Wind heult! Und das soll Liebe sein? Was sonst? Gemeinsam die Wohnung reinigen? Einvernehmlich besprechen, wer den Müllsack vor die Tür stellt? Gemeinsam Kuoni Kataloge studieren und den nächsten Urlaub planen? Nein! Nein! Und ewig nein! - Und Sie? Sie steht im Auge des Hurrikans, ohne Angst, lachend, selbstgewiss, selbst ein lüsternes Tier.

Alceste und Celimène, ein modernes Paar, direkt emporgestiegen aus der vormondalten Nacht der Urzeit.

Aufführungen:

Ort: Gemeindesaal Hausen a/A
Spielbeginn: 20.15 Uhr

Sa 24.04.1993 Première
Do 29.04.1993  
Sa 01.05.1993  
Do 06.05.1993  

Ort: Aula Ennetgraben, Affoltern a/A
Spielbeginn: 20.15 Uhr

Fr 14.05.1993  
Sa 15.05.1993  
Mi 19.05.1993  
Sa 22.05.1993  
Mi 26.05.1993  
Fr 28.05.1993 Dernière

Auf der Bühne:

Alceste Künstler Hans Schwendener
Philinthe sein Freund Heiri Landis
Oronte ein Zwischendichter Tobias Sonderegger
Celimène Dame des Hauses Margit Bracher
Eliante ihre Cousine Rita Mäder
Arsinoé ein ungebetener Gast Beatrice Fleischlin
Acaste ein Graf mit Flair Thomas Stricker
Clytandre sein Busenfreund Marcel Landolt
Jimmy Diener bei Celimène Helmut Müller
Bosco Sohn des Hausmeisters bei Alceste Thoni Tschumi
Polizeibeamter   Christian Frei
Eine Muse   Andrea Zuzak
Tanzpaare   Tanzschule IFT Amt/Zug

Hinter der Bühne:

Regie Urs Steiner
Bühnenbild Heini Ehrensperger
Kostüme Werner Duss
Regie-Assistenz Regula Landis
Bühnenbild-Assistenz Margrit Reiser
Requisiten Karl Engelhardt
Ton Ruedi Derrer
Beleuchtung Andreas Hebeisen
Patrick Zündel
Peter Frei
Maske Helen Bärlocher
Carla Classen
Franziska Zeller
Kostümnäherin Geno Dreer
Propaganda Helmut Müller
Monika Scheidegger
Heidi Wiedenmann
Plakat/Programm Heini Ehrensperger
Victor Bärlocher
Inspizienz Fredy Dreer
Bühnenbau Heinz Guidon
Hansjörg Senti
Christian Müller
Jürg Braun
Moritz Häberling
Adolf Häberling
Hannelore Brunner
Heidi Lustenberger
Bühnenmalerinnen Vreni Schönenberger
Marianne Wiget
Bar Vreni Böni
Brigitt Maier
Heidi Roth
Abendkasse Rosmarie Landis
Esther Hebeisen
Technische Leitung Jan Broer
Produktionsleitung Heiri Landis

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